„Mehr Zeit für Bildung, mehr Zeit für Kinder“

Veröffentlicht am 10.07.2014 in Presse

Angelika Thiel, Bettina Schwarz und Herbert Lohmeyer

Infoveranstaltung der SPD zum Volksbegehren Wahlfreiheit zwischen G8 und G9

Am 3.Juli ist der Eintragungszeitraum des Volksbegehrens zur Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 angelaufen. Gerade der Landkreis Landshut ist von einer geringen Schülerquote von 20,7 Prozent auf dem Gymnasium betroffen. Niederbayern ist allgemein in Bayern Schlusslicht mit dem niedrigsten Anteil an Gymnasiasten. Auch die Übertrittsquote von Grundschule auf Gymnasium ist im Landkreis Landshut mit rund 31 Prozent nicht einmal halb so hoch wie im Landkreis München mit annähernd 65 Prozent.

„Diese Zahlen sprechen für einen eindeutigen Standortnachteil unserer Region“,erklärte die stellvertretende Vorsitzende der SPD Pfeffenhausen, Angelika Thiel. „Es treten bei weitem nicht alle geeigneten Schüler auf das Gymnasium über. 14 Prozent entscheiden sich in Niederbayern für eine andere weiterführende Schulart“, fügte sie an.

Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung legten Thiel, Herbert Lohmeyer, SPD-Vorsitzender des Unterbezirks Landshut, und Bettina Schwarz, Kreisvorsitzende der Jungen Freien Wähler, ihre Positionen zur Zukunft des Gymnasiums dar. Schwarz, die Ansprechpartnerin im Raum Landshut für die Koordination des Volksbegehren ist, gehörte selbst dem ersten G8-Jahrgang 2004/2005 an. „Zehn Jahre nach seiner Einführung ist klar, dass das G8 gescheitert ist. Abgesehen davon, dass die Schüler in kurzer Zeit viel Stoff lernen müssen, bleibt mit den vielen Nachmittagsstunden zu wenig Zeit für Vereine, Freunde und Ehrenamt“, sagte Schwarz.

Thiel erinnerte daran, dass bereits 2004/2005 ein Volksbegehren zur Rückkehr zum G9 durchgeführt worden war, dieses jedoch an einer zu geringen Beteiligung scheiterte. Auch die Nachbesserungen der folgenden Jahre brachten nicht den gewünschten Erfolg. Zum Anfang des Schuljahres 2013/2014 wurde ein Flexibilisierungsjahr eingeführt. „Bayernweit haben dieses Angebot allerdings nur etwa 500 Schüler angenommen. Auch deshalb, weil viele Gymnasien mit der Durchführung überfordert sind“, erklärte Thiel, die selbst Mutter einer G8-Schülerin und Elternbeirätin ist.

Auch sie bedauerte, dass bei einem großen Anteil an Schülern während der gymnasialen Schulzeit der Vereinssport oder auch der Instrumentalunterricht an der Musikschule auf der Strecke bleibe. Ein Ehrenamt werde meist gar nicht mehr angenommen. „Aber gerade darauf ist der ländliche Raum angewiesen“, sagte Thiel. Die Kultur am Lande werde hauptsächlich von den Vereinen getragen. Auch deshalb würden sich immer mehr Eltern, trotz der Eignung ihrer Kinder, für die Realschule, wo mittags Schulschluss ist, entscheiden, waren sich Thiel, Schwarz und Lohmeyer einig.

„Gerade für Gymnasien in der Fläche ist das Volksbegehren von Vorteil“, betonte Schwarz. „Mit einem erfolgreichen Volksbegehren können die Schulen selbst entscheiden, ob sie G8, G9 oder die Wahlfreiheit anbieten. Ich bin überzeugt, dass sich ein Großteil der Schulen wieder für das G9 oder zumindest für die Wahlfreiheit entscheiden würde.“

Thiel unterstützt das Volksbegehren, das Konzept der Wahlfreiheit lehnt sie jedoch ab. Ebenso wie Herbert Lohmeyer ist sie überzeugt vom Gesetzesentwurf der BayernSPD, der am 1. Juli in den Landtag eingebracht wurde. Darin steht, dass die gesetzliche Regelschulzeit am Gymnasium unter dem Motto „Mehr Zeit für Bildung, mehr Zeit für unsere Kinder“ auf neun Jahre festgelegt wird.

Schwarz und Thiel appellierten an jene, die das reine G8 ablehnen, für das Volksbegehren zu unterschreiben. „Denn scheitert das Volksbegehren, so wird die Staatsregierung ihren Dialog um eine eventuelle Änderung beim Gymnasium ganz schnell revidieren. Nur mit einem erfolgreichen Volksbegehren hält das G9 sicher Einzug in Bayern“, sagte Thiel.

 

 

 

 

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