Bestes Einvernehmen bis zum Halbsatz

Veröffentlicht am 09.08.2009 in Presse

Tino Melisch

Leserbrief zum Artikel in der Landshuter Zeitung vom 01.08.2009

Auch Halbsätze können viel aussagen – das konnte man an dem Bericht in der Landshuter Zeitung zum „Streitgespräch“ ganz deutlich erkennen:
"Das Ziel eines Unternehmens kann es nicht sein Arbeitsplätze zu schaffen" und "Es kann keinen Anspruch darauf geben, dass man von seinem Lohn leben kann" – so der Bundestagskandidat der FDP, Prof. Zeitler.
In diesen beiden Sätzen offenbart sich, was unsere Bürger erwartet, wenn nach dem 27. September eine Koalition zwischen CDU/CSU und FDP möglich ist. Armes Deutschland kann ich dazu nur sagen. Alle Grundsätze des Sozialstaates werden damit begraben und nicht nur das, soziale Sicherungssysteme sollen privatisiert werden, die Regulierung des Staates soll reduziert werden und das „Casino öffnet wieder“ seine Türen, um Finanzspekulanten ein neues Spiel zu eröffnen.
Haben denn noch immer nicht alle begriffen was in den letzten Monaten auf der Welt mit der Finanz- und Wirtschaftskrise passiert ist? Anscheinend nicht, denn wer in der jetzigen Lage solche Aussagen macht hat meiner Ansicht nach überhaupt nichts aus Spekulanten, Finanzhaien, zu wenig Regulierung und freier Marktwirtschaft gelernt.
Wir feiern 2009 das 60jährige Bestehen der Bundesrepublik – diese gründet sich auch auf dem sozialen Zusammenhalt. Dieser darf nicht auf´s Spiel gesetzt werden von Politikern, die ganz klar „Klientelpolitik“ machen und es sich aufgrund von Status und Einkommen leisten können, ihre Kinder auf Privatschulen zu schicken, private Gesundheitsvorsorge zu zahlen und ihre Villen selbst bewachen zu lassen. Deutschland braucht mehr soziale Gerechtigkeit. In der Bildung – vom kostenlosen Kitaplatz bis zum kostenfreien Studium. In der Gesundheitspolitik – die keinen zurücklässt. In der Wirtschafts- und Arbeitspolitik – mit Mindestlöhnen, von denen man leben kann. Das entspricht auch der Würde des Menschen.
Die Errungenschaften der sozialen Gerechtigkeit müssen weitergeführt und ausgebaut werden. „Teilhabe durch Chancengerechtigkeit“ ist das Ziel, mit dem wir auch in die nächsten 60 Jahre mit der Bundesrepublik gehen sollten.
Wollen wir hoffen, dass die Samstagsausgabe viele Menschen gelesen haben und aufgeweckt wurden durch die Aussagen von Prof. Zeitler.

 

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