Senioren fühlen sich im Pflegeheim St. Martin wohl

Veröffentlicht am 30.06.2017 in Presse

Ruth Müller, MdL besuchte mit Thomas Niederreiter und Arno Wolf Pfeffenhausener Seniorenzentrum

Vor fast zwei Jahren ist das Seniorenzentrum St. Martin in Pfeffenhausen eingeweiht worden und nach den Umbauarbeiten in Pattendorf läuft es nun schon seit einiger Zeit im „Normalbetrieb“. Die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller, die Mitglied im Ausschuss „Gesundheit und Pflege“ des Bayerischen Landtags ist, besuchte gemeinsam mit ihren SPD-Kollegen Arno Wolf (Kreisrat) und Thomas Niederreiter (Gemeinderat) das Haus, das idyllisch an der Laaber gelegen ist.

Geschäftsführer Hans Scharf und Pflegedienstleiterin Stefanie Butz nahmen sich Zeit, um das Konzept des Hauses und die Struktur vorzustellen. Rund 40 Beschäftigte in Pflege, Hauswirtschaft und Verwaltung haben in dem neuen Pflegeheim in Pfeffenhausen Arbeit gefunden, berichtete Scharf. „Unser Haus, das zur Spitalstiftung Pattendorf gehört, zahlt nach Tarif“, räumte Scharf gleich eines der Vorurteile aus, die oft im Zusammenhang mit Altenpflege anzutreffen sind. Dennoch sei es schwer, geeignetes Personal zu finden, Fachkräfte bieten ihre Arbeitskraft oft Leiharbeitsfirmen an, um unabhängiger zu sein und hätten dann auch selten Interesse an einer Übernahme in ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis. So müsse man eben auch immer wieder in den „sauren Apfel“ beißen und auf Leiharbeitskräfte zurückgreifen, um den 47 Bewohnerinnen und Bewohnern gute Pflege angedeihen zu lassen. In Pfeffenhausen gibt es „eingestreute Kurzzeitpflege“, das bedeutet, dass pflegende Angehörige Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen können, um ihre Verwandten gut untergebracht zu wissen. Durch das Pflegestärkungsgesetz wurden die Möglichkeiten hier verbessert, aber in der Realität scheitert es an der mangelnden Finanzierung und zu wenig Plätzen, wusste Müller aus ihrer Arbeit im Bayerischen Landtag zu berichten. Die SPD-Landtagsfraktion wolle deshalb erreichen, dass ein Landesrahmenvertrag mit den Pflegekassen und den Trägern der Pflegeeinrichtungen abgeschlossen werden soll. „Eine Pflegeeinrichtung kann es sich nicht leisten, Zimmer leer stehen zu lassen, wenn die Finanzierung nicht gesichert ist“, so Müller. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Anzahl der Kurzzeitpflegeplätze im Freistaat steigt“, bekräftige Müller das Anliegen ihrer Landtagsfraktion. Man könne nicht die Leistung der pflegenden Angehörigen loben und gleichzeitig für diese keine Entlastungsmöglichkeiten anbieten.

„Hinzu kommt der hohe Verwaltungsaufwand für die Aufnahme von Patienten in der Kurzzeitpflege, der nicht vergütet wird“, machte Pflegedienstleiterin Butz deutlich. Im Zuge des Pflegestärkungsgesetzes seien die Pflegestufen durch Pflegegrade ersetzt worden. Die Umstellung sei recht zufriedenstellend erfolgt und der Status quo erhalten geblieben. Für die Zukunft sei es aber sehr schwierig, noch Patienten in Pflegegrad IV oder V eingestuft zu bekommen, was finanzielle Einbußen zur Folge haben werde. Schon jetzt müsse man lange warten, bis der MDK (medizinische Dienst der Krankenkassen) zu einer Einstufung komme und das Pflegeheim damit die Kostenerstattung erhalte.

In der Diskussion über die Zukunft der Pflege sprach Scharf auch die hausärztliche Versorgung der Pflegeheime an. „Wenn die Ärzte auf dem Land weniger werden, wird das auch für die Pflegeheime eine Herausforderung werden“, so Scharf. Grundsätzlich bestehe das Recht auf freie Arztwahl, wenn aber Patienten wohnortnah zu ihren Angehörigen in ein Pflegeheim einziehen, habe das oft auch zur Folge, dass der langjährige Hausarzt aufgrund der Distanz nicht mehr zur Verfügung stehe.

„Es war eine gute Entscheidung, die der Marktgemeinderat getroffen hat, das Haus St. Martin an dieser Stelle zu bauen“, stellte Marktgemeinderat Thomas Niederreiter angesichts der harmonischen Umgebung entlang des Ufergartens fest. Nicht nur, dass Arbeitsplätze entstanden sind, es sei auch eine Bereicherung für das soziale Leben in der Gemeinde Pfeffenhausen, ein Seniorenheim zu haben, damit ältere Mitbürger und Mitbürgerinnen ihren Lebensabend in der Heimat verbringen können. Für das Haus überreichte die Landtagsabgeordnete noch ein Bild, das sie in einer anderen sozialen Einrichtung Bayerns erstanden hat und das sicher einen passenden Platz im Seniorenheim finden wird, wie ihr Stephanie Butz versicherte.

 

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